Leitfäden

Das Gespräch führen, statt etwas aufzusagen

Die erste Hälfte des mündlichen Prüfungsteils ist ein angeleitetes Gespräch über ein Thema Ihrer Wahl. Es ist kein vorbereiteter Vortrag: Der Prüfer stellt Anschlussfragen, und Ihre Reaktion darauf wird bewertet.

Seite aktualisiert am 4. September 2026. 10 Min. Lesezeit.

Was tatsächlich geschieht

Sie bekommen zwei Themen aus einem Angebot alltäglicher Themen zur Auswahl: Arbeit, Ausbildung, Familie, Freunde, Freizeit, Essen, Medien, Reisen, Sprachen oder Wohnen. Sie wählen eines aus, und das Gespräch beginnt.

Der Prüfer stellt zunächst eine offene Frage, hört Ihrer Antwort zu und greift dann ein Wort auf, das Sie gerade verwendet haben. Diese Anschlussfrage ist keine Falle, sondern ein normaler Bestandteil der Prüfung. Genau hier können Sie beim Kriterium Interaktion punkten.

  • Sie wählen ein Thema aus zwei Vorschlägen.
  • Der Prüfer stellt eine offene Frage zum gewählten Thema.
  • Sie antworten; danach folgen eine oder mehrere Anschlussfragen.
  • Das Gespräch dauert insgesamt etwa fünf Minuten, bevor es mit dem Bild weitergeht.

Was ist eine Anschlussfrage?

Eine Anschlussfrage ist eine kurze Frage, die das gerade Gesagte aufgreift und erweitert: „Firwat?“ (Warum?), „Wéi laang schonn?“ (Seit wann?) oder „An Ärem Land, ass dat d’selwecht?“ (Ist das in Ihrem Land genauso?).

Sie ist vorhersehbar, weil sie an Ihre eigenen Worte anknüpft. Wenn Sie sagen, dass Sie in einem Krankenhaus arbeiten, können Fragen zu Ihren Arbeitszeiten, Ihren Kollegen oder dazu folgen, was Ihnen an der Arbeit am besten gefällt. Wenn Sie für jedes Thema drei mögliche Anschlussfragen vorbereiten, verlieren diese Fragen ihren Überraschungseffekt.

  • Firwat? Warum?
  • Wéi laang schonn? Seit wann?
  • Wat gefällt Iech do am beschten? Was gefällt Ihnen dort am besten?
  • Kënnt Dir e Beispill ginn? Können Sie ein Beispiel nennen?
  • An Ärem Land, ass dat d’selwecht? Ist das in Ihrem Land genauso?

Die Regel: eine Tatsache, ein Grund, ein Beispiel

Eine Ein-Wort-Antwort kostet bei zwei Kriterien gleichzeitig Punkte: bei der Aufgabenerfüllung und bei der Interaktion. Die Abhilfe ist einfach und lässt sich auf jede Frage anwenden.

Eine Tatsache: Was Sie tun. Ein Grund: Warum. Ein Beispiel: ein konkreter Zeitpunkt, zu dem es passiert ist. Drei Sätze genügen, und sie müssen nicht lang sein.

Ein ausgearbeitetes Beispiel

Frage: Wat maacht Dir gär an Ärer Fräizäit? Antwort: Ech ginn gär spadséieren. (Tatsache) Well ech de ganzen Dag am Bureau sinn, brauch ech Loft. (Grund) Lescht Woch sinn ech mat menger Duechter op Miersch gaang. (Beispiel)

Wenn Ihnen ein Wort nicht einfällt

Dass Ihnen ein Wort nicht einfällt, ist normal. Das Bewertungsraster berücksichtigt diese Situation: Beim Kriterium „sich verständlich machen“ geht es darum, ein fehlendes Wort zu umschreiben, statt aufzuhören.

Lernen Sie drei Formulierungen, mit denen Sie sich selbst helfen können, und verwenden Sie sie ohne zu zögern. Sie zeigen eine Fähigkeit und keine Schwäche.

  • Wéi seet een dat op Lëtzebuergesch? Wie sagt man das auf Luxemburgisch?
  • Ech weess d’Wuert net, mee et ass eppes fir… Ich kenne das Wort nicht, aber es ist etwas für …
  • Ech mengen esou eppes wéi… Ich meine so etwas wie …
  • Entschëllegt, ech soen dat anescht. Entschuldigung, ich sage es anders.

Das Wort zurückgeben

Das Kriterium Interaktion unterscheidet Kandidaten, die lediglich antworten, von Kandidaten, die ein Gespräch führen. Wenn Sie jede dritte Antwort mit einer Frage an den Prüfer beenden, macht das bereits einen Unterschied, solange die Frage einfach und höflich bleibt.

Achten Sie auf das richtige Maß: Zu viele Fragen stellen das Gespräch auf den Kopf. Eine oder zwei Fragen in fünf Minuten sind ein passender Rhythmus.

  • A Dir, wunnt Dir och zu Lëtzebuerg Stad? Und Sie, wohnen Sie auch in Luxemburg-Stadt?
  • Ass dat hei normal? Ist das hier normal?
  • Verstitt Dir, wat ech mengen? Verstehen Sie, was ich meine?

Das Wichtigste

  • Anschlussfragen greifen Ihre eigenen Worte auf und sind deshalb vorhersehbar.
  • Eine Tatsache, ein Grund, ein Beispiel: drei Sätze pro Antwort.
  • Ein fehlendes Wort zu umschreiben, ist eine bewertete Fähigkeit und kein Eingeständnis einer Schwäche.
  • Eine oder zwei Rückfragen an den Prüfer genügen, um Interaktion zu zeigen.

Häufige Fragen

Kann ich einen Text vorbereiten und aufsagen?

Das fällt sofort auf und schadet der Bewertung Ihrer Interaktion. Bereiten Sie Satzbausteine vor, keinen Vortrag.

Was mache ich, wenn ich die Frage nicht verstehe?

Bitten Sie auf Luxemburgisch darum, die Frage zu wiederholen: Kënnt Dir dat wannechgelift widderhuelen? Eine Bitte um Wiederholung wird besser bewertet, als die falsche Frage zu beantworten.

Sind die Themen im Voraus bekannt?

Das Angebot alltäglicher Themen ist bekannt, aber nicht die beiden Themen, die Ihnen am Prüfungstag zur Auswahl gestellt werden.

Quellen und Überprüfung

Dieser Leitfaden stützt sich auf die Veröffentlichungen des INL (inll.lu und seine Anmeldeplattform), das Portal men.public.lu und guichet.lu. Modalitäten, Beträge, Dauer und Prüfungsorte können sich ändern: Prüfen Sie die Angaben vor der Anmeldung immer beim INL.

Als Nächstes: in die Praxis umsetzen

Die kostenlose Simulation folgt genau dem Format des Hörverstehensteils: drei Audiodokumente, fünfzehn Fragen, 35 Minuten auf Zeit, Ihr Ergebnis am Ende. Kein Konto, keine Zahlung.

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